Armutszeugnis

Heute, am Montag, der Tag nach Sonntag, verstehe ich, warum Bruno Labbadia auf der Abschussliste der Sportwettenanbieter auf Platz 1 steht. Spätestens seit gestern weiß ich zudem, dass sich auch in dieser Saison nichts ändern wird. Es sei denn, es fallen 15 neue Spieler vom Himmel und heißen Westermann. Wie sagte Bruno:das war nicht abzusehen, in der Vorbereitung hatte sich ein anderes Bild abgezeichnet“. Na Bruno, endlich angekommen in Hamburg?

Ganz ehrlich. Es ist nur noch zum kotzen. Ich kann euch gar nicht mehr spielen sehen. Ich kann euch beim besten Willen nicht mehr dabei zusehen, wie ihr versucht Fußball zu spielen. Welch einen Krampf ihr abliefert, ist einfach nur noch peinlich. Ich schäme mich zusehends zu behaupten, dass ich die Raute im Herzen trage. Es ist einfach nur beschämend euch zu unterstützen. Ihr habt unseren Support nicht verdient. Es helfen nur noch drastische Formulierungen.

Wenn der Trainer versucht, euch zu erklären, wie man Fußball spielt, kommt es mir wie ein Kinderspiel vor, meinem 2-jährigen Sohn zu erklären, was das Wort „teilen“ bedeutet. Der Kleine wird es noch lernen. Aber dass der Trainer keinen erwachsenen Fußballprofis vermitteln kann, dass Anweseneheit auf dem Platz nicht alles ist, das kann ich einfach nicht begreifen. Hängt die Schuhe einfach an den Nagel und geht in Rente. (Ulreich, Jansen, sind das eure Idole?)

„Jena hat verdient gewonnen, sie haben mehr Leidenschaft gezeigt. Unsere Körpersprache war nicht die, die ich erwartet hatte. So dürfen wir uns nicht präsentieren“, sagte Labbadia

Wie sangen die Fans von Jena so schön: „erste Liga, keiner weiß warum“. Ja, da stimme ich ohne Vorbehalte zu. Ich bin nach nur einem Spiel schon für die bevorstehende Saison restlos bedient. Mein Nervenkostüm hat sich schon wieder in ein depressives, verwaschenes Clownskostüm gewandelt. Häme und Spott gehören mittlerweile zu meinem Leben und sind ein fester Bestandteil.
Das euch ausgerechnet ein Viertligist zeigen muss, was Fußball bedeutet, was investiert werden muss um ein Spiel für sich zu entscheiden, es macht mich sprachlos. Ich würde euch meinen Frust gerne vor die Füße spucken, aber selbst die Spucke ist es mir nicht Wert.

Mein Freund Heiko schrieb nach dem Spiel ganz lapidar: „wie immer halt“. Und heute Morgen im Büro, mein Telefon klingelte: „wenn der HSV so weitermacht dann habt ihr demnächst im Pokal immer Heimrecht“. Ein lautes, schrilles Lachen und das Telefon piepte mich an. Ich arbeite in Mainz und darf jeden Tag erleben, wie ein kleiner Verein und dessen Anhängerschaft mir das Leben unerträglich machen.

Bayern im Fokus, Jena im Rücken. Die einzige Kontinuität, die der HSV besitzt, ist die des Versagens. In Karlsruhe gerettet, mehr schlecht als recht, in Jena den Kopf aus der Schlinge gezogen, um doch noch zu versagen. Einfach nur noch lächerlich. (Danke auch an den DFB, da ihr uns immer Schiris zuteilt, die ein Herz für uns haben)

Was soll ich ansonsten noch groß Schreiben. Jeder, aber wirklich jeder konnte es sehen. Ohne Leidenschaft, ohne jeglichen Biss, sowie ohne erkennbare Taktik, wurde schon im ersten Spiel wieder alles hergeschenkt. Die Überheblichkeit und eure Arroganz waren die erkennbaren Merkmale, die mir persönlich, von euch, von diesem Spiel, noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden. Jena, wer ist Jena? Jetzt wisst ihr es.
90 Minuten wurden in dieser Saison erst gespielt und ich sehe uns jetzt schon wieder in der Relegation. Wenn überhaupt…wie sagte Peter Knäbel vergangenen Freitag:endlich wieder richtiger Fußball“. Ich bin kotzen, bis bald.

Mit freundlichen Grüßen
Christian E, euer Linkerläufer.

https://twitter.com/linkerlaeufer1

3 Gedanken zu “Armutszeugnis

    1. linkerläufer

      Danke mein bester. Ich versuche wieder regelmäßig zu Schreiben aber du weißt ja wie das ist wenn man Kinder zuhause hat 😉 bzw eins 😀

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