Armutszeugnis

Heute, am Montag, der Tag nach Sonntag, verstehe ich, warum Bruno Labbadia auf der Abschussliste der Sportwettenanbieter auf Platz 1 steht. Spätestens seit gestern weiß ich zudem, dass sich auch in dieser Saison nichts ändern wird. Es sei denn, es fallen 15 neue Spieler vom Himmel und heißen Westermann. Wie sagte Bruno:das war nicht abzusehen, in der Vorbereitung hatte sich ein anderes Bild abgezeichnet“. Na Bruno, endlich angekommen in Hamburg?

Ganz ehrlich. Es ist nur noch zum kotzen. Ich kann euch gar nicht mehr spielen sehen. Ich kann euch beim besten Willen nicht mehr dabei zusehen, wie ihr versucht Fußball zu spielen. Welch einen Krampf ihr abliefert, ist einfach nur noch peinlich. Ich schäme mich zusehends zu behaupten, dass ich die Raute im Herzen trage. Es ist einfach nur beschämend euch zu unterstützen. Ihr habt unseren Support nicht verdient. Es helfen nur noch drastische Formulierungen.

Wenn der Trainer versucht, euch zu erklären, wie man Fußball spielt, kommt es mir wie ein Kinderspiel vor, meinem 2-jährigen Sohn zu erklären, was das Wort „teilen“ bedeutet. Der Kleine wird es noch lernen. Aber dass der Trainer keinen erwachsenen Fußballprofis vermitteln kann, dass Anweseneheit auf dem Platz nicht alles ist, das kann ich einfach nicht begreifen. Hängt die Schuhe einfach an den Nagel und geht in Rente. (Ulreich, Jansen, sind das eure Idole?)

„Jena hat verdient gewonnen, sie haben mehr Leidenschaft gezeigt. Unsere Körpersprache war nicht die, die ich erwartet hatte. So dürfen wir uns nicht präsentieren“, sagte Labbadia

Wie sangen die Fans von Jena so schön: „erste Liga, keiner weiß warum“. Ja, da stimme ich ohne Vorbehalte zu. Ich bin nach nur einem Spiel schon für die bevorstehende Saison restlos bedient. Mein Nervenkostüm hat sich schon wieder in ein depressives, verwaschenes Clownskostüm gewandelt. Häme und Spott gehören mittlerweile zu meinem Leben und sind ein fester Bestandteil.
Das euch ausgerechnet ein Viertligist zeigen muss, was Fußball bedeutet, was investiert werden muss um ein Spiel für sich zu entscheiden, es macht mich sprachlos. Ich würde euch meinen Frust gerne vor die Füße spucken, aber selbst die Spucke ist es mir nicht Wert.

Mein Freund Heiko schrieb nach dem Spiel ganz lapidar: „wie immer halt“. Und heute Morgen im Büro, mein Telefon klingelte: „wenn der HSV so weitermacht dann habt ihr demnächst im Pokal immer Heimrecht“. Ein lautes, schrilles Lachen und das Telefon piepte mich an. Ich arbeite in Mainz und darf jeden Tag erleben, wie ein kleiner Verein und dessen Anhängerschaft mir das Leben unerträglich machen.

Bayern im Fokus, Jena im Rücken. Die einzige Kontinuität, die der HSV besitzt, ist die des Versagens. In Karlsruhe gerettet, mehr schlecht als recht, in Jena den Kopf aus der Schlinge gezogen, um doch noch zu versagen. Einfach nur noch lächerlich. (Danke auch an den DFB, da ihr uns immer Schiris zuteilt, die ein Herz für uns haben)

Was soll ich ansonsten noch groß Schreiben. Jeder, aber wirklich jeder konnte es sehen. Ohne Leidenschaft, ohne jeglichen Biss, sowie ohne erkennbare Taktik, wurde schon im ersten Spiel wieder alles hergeschenkt. Die Überheblichkeit und eure Arroganz waren die erkennbaren Merkmale, die mir persönlich, von euch, von diesem Spiel, noch sehr lange in Erinnerung bleiben werden. Jena, wer ist Jena? Jetzt wisst ihr es.
90 Minuten wurden in dieser Saison erst gespielt und ich sehe uns jetzt schon wieder in der Relegation. Wenn überhaupt…wie sagte Peter Knäbel vergangenen Freitag:endlich wieder richtiger Fußball“. Ich bin kotzen, bis bald.

Mit freundlichen Grüßen
Christian E, euer Linkerläufer.

https://twitter.com/linkerlaeufer1

2014 im Rückblick

Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 13.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 5 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Samstag – Derbytime – geile Stimmung – Bock

Yvonne! Vielen Dank für deinen zweiten Artikel auf Linkerläufer.

9:45 Hauptbahnhof… Viele bekannte und weniger bekannte Gesichter fanden sich so langsam am Hauptbahnhof ein um den Metronom in Richtung HB zu nehmen.

Ich sitze mit meinem Jungs im Schweinske und warte auf den Rest, essen noch eine Kleinigkeit, die anderen glühen mit Bier vor.

Die Stimmung nach dem Spiel gegen Dortmund dementsprechend gut und zuversichtlich. Wir sind alle davon ausgegangen die 3 Punkte mit nach Hause zu nehmen und den „Grünen“ (wie Rincón sie nannte) zeigen, dass wir auch spielerisch geiler sind als die.

WIR wollten die Punkte aus dem Problemvorort mit nach Hause nehmen.

Der Bahnsteig füllte sich und wir stellten fest „Boah, als Normalreisender, würde ich nicht gern mit diesem Zug fahren müssen“ so Phil. Begleitet von „Wer nicht hüpft der ist ein Bremer“, „Alle Bremer stinken…“ fuhr der Metronom ein. Die Massen strömten rein. Nachdem wir alle mehr oder weniger einen Platz gefunden hatten wurden die „Anti-Bremen“ Lieder angestimmt und das ganze Abteil sang mit.

In Brähmen angekommen „Hurra, Hurra, die Hamburger sind da“ singend wurden wir mal wieder wie Viecher in die Busse gepfercht. „Hüpfen bis die Achse bricht“ war glaube ich das Motto. Am Deich rausgelassen, ab richtung Stadion. Wie immer versammelten wir uns vorm Stadion. Die restlichen Freunde einesammelt, gen Block, noch schnell etwas getrunken und gegessen.

Zu der Geschmacklosen Choreo von den Brähmern sage ich mal nichts und auch das Spiel lasse ich besser unkommentiert.

SCHEIßE verdammt !!!

Nach dem Spiel wurden wir mal wieder ganz freundlich von Blaulicht, gefühlten 100 Mannschaftsagen und Wasserwerfern empfangen. Ach, sowas haben wir doch immer gern. Immer wieder schön.

Herzlich Willkommen

Wieder in die Busse einpferchen lassen. Doch vorher nochmal von den Grünen bepöbeln lassen, die sich feige hinter den Polizisten versteckten. Zu den Ausschreitungen kann ich nichts sagen. Ich habe sie nicht mitbekommen und von „stiller Post“ halte ich nichts.

Die 3 Punkte gegen Dortmund haben nichts gebracht, wie ich bereits im letzten Artikel geschrieben habe.
Jetzt heißt es, wenigstens in Hamburg die nächsten Punkte einfahren. Für uns Fans, die immer 100% auf den Rängen geben.
Lasst uns wieder jubeln und ausrasten, weil wir siegen….

Trotzdem eine geile Fahrt dank Marcel, Alex, Leon, Phil, Sebastian, Lange, Dennis, Jann.

Sonntag – Gedenkstunde für Hermann – Tränen – Trauer

Schon wieder… Es ist jedes Mal ein schwerer Gang. Ich war mit Mutti da, hatte mich mit Debe und Freundin getroffen, Mino kam nach.
Wir haben uns für Sitzplätze entschieden. Also in den B-Rang… Ich hätte das stehend definitiv nicht ausgehalten.

Die Choreo für Hermann war in der Süd-Tribüne im B-Rang ausgebreitet. Sein Konterfei über den Gästeblock B-C-Rang.

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Die Bühne war vor der Nord aufgebaut, Gestecke, Kerzen…

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Knapp 3000 Leute waren anwesend um unserem Burschi „Servus“ zu sagen.
Familie, Freunde, Wegbegleiter, Fans… Alle mit Taschentüchern ausgerüstet. Annekdoten über Burschi durften natürlich nicht fehlen.

Einige Worte des Pfarrers, Tränen, schniefen, schluchzen. Bewegende Bilder von Hermann:


Sein Spruch: „Ich bin der neue Trainer des HSV.“ wurde vielerseits mit „schön wärs“ kommentiert. Doch spätestens bei den Bilder auf dem Kran mit Lotto zu Hermanns 70. Geburtstag als er „Ich liebe euch“ ins Mikrofon rief, war der Bann bei jedem anwesenden gebrochen und die Tränen liefen.

Carl E. Jarchow:“Ich hatte immer das Gefühl, dass Hermann selbst überrascht war, wie beliebt er war.“ „Wir sind dankbar, dass du bei uns warst“

Das war so. Hermann hat es nicht ganz nachvollziehen können. „Ich habe doch nie einTor geschossen“ Aber Burschi, durch ich wurden die gemacht oder verhindert. Burschi, wir Fans danken dir !!!

Für den Vorschlag Dr. Kleins, ein Denkmal nicht für- sondern VON Hermann zu errichten gab es Applaus und stehende Ovationen für unseren Burschi.
„Servus, steht so passend für Moin, Moin und Tschüss“, so Dr. Klein. „Tschüss, weil wir Abschied nehmen müssen, Moin Moin für: Wir begrüßen Hermann Rieger im Kreise der unsterblichen HSV-Legenden.“

„Das Leben ist kein Fußballspiel, bei dem man einfach ausgewechselt wird, wenn man nicht mehr kann. Es steht da keiner mit einer Auswechseltafel am Rand, weil wir schon den Ersatz parat haben.“ Hermann, dich kann NIEMAND ersetzen.

Ich reichte Debe ein Taschentuch, in der Zeit ich schon 2 Neue nahm. Der für mich absolute Höhepunkt war Lotto. Sein „Schlaflied“ brachte mich vollkommen aus der Spur, ich musste gehen. Habe mit Mino, die mich begleitete, das Lied im Stadion-Umlauf verfolgt. Zu Hamburg meine Perle, das Lotto glaube ich noch nicht so gefühlvoll sang, wurden alle HSV-Schals hochehalten und Hermann wurde mit „Hermann, Hermann“-Gesängen von uns verabschiedet.

DANKE Hermann, dass ich dich kennenlernen durfte, dass ich deine Warmherzigkeit erleben durfte. Für jede Umarmung und jedes Wort danke ich dir. Ich weiß zwar noch nicht, mit wem ich meine Nimm2 auf den nächsten Mitgliederversammlungen teilen soll, von denen du immer gleich 2 Hände genommen hast, aber ich werde jemanden finden. Danke für alles.

Du wirst immer bei uns sein. Denn Legenden sterben nie und man ist erst tot, wenn niemand mehr an dich denkt.

In diesem Sinne, SERVUS Burschi…

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Yvonne

Trauer und Freude so nah beieinander…

Ich freue mich über meinen ersten weiblichen Gastautor auf Linkerläufer. Mein Dank geht an Yvonne A. aus Hamburg, für ihren emotionalen Bericht über die letzte Woche und das Heimspiel gegen den BVB. Danke.

Eine emotionale -zum Teil gebrauchte Woche liegt hinter uns. Hamburg – 17.Tabellenplatz, nur einen Punkt vor dem Letzten. Abstiegskampf…

Neuer Trainer. Die Fans, wie man dem Andrang und den Gesprächen beim Training entnehmen konnte, gespannt und zuversichtlich. Den „kleinen“ HSV hat er ja auch schon einmal gerettet.

Dienstagmorgen dann der Schlag in die Magengrube für jeden HSVer. Unser allseits geliebter Hermann „Burschi“ Rieger hat seinen größten Kampf verloren und ist von uns gegangen. Ich konnte es kaum glauben, als mein Handy piepte und ich diese schreckliche Nachricht erhielt. Tränen schossen mir in die Augen und ich hielt es erst für einen (zugegeben) sehr dummen Scherz. „Quatsch“ „Das kann doch nicht sein, ich hab ihn doch letztens noch gesehen“ waren die ersten Gedanken. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Mein Handy klingelte durchgehend. Entsetzen machte sich breit. „Die Seele des HSV ist gegangen.“

Mittwochmorgen war ich am Stadion, um mich von unserem Freund, Idol, Wegbegleiter, Helden zu verabschieden. Die ersten Kerzen, Blumen, Bilder und Fahnen lagen an seiner -in Bronze gegossenen- Hand am Stadion am „Walk of fame“.

Blumen für Hermann

17 Uhr – Trauermarsch. „Ehre wem Ehre gebührt“

„Ich hoffe ich schaffe das alles“ waren meine Gedanken, weil mir unser Hermann doch sehr am Herzen lag. Diesen Abschied hat er sich einfach verdient. Der Marsch, durchzogen von Schnäuzen und den laufenden Tränen wegwischen. Fakeln, Kerzen, Blumen wohin man sah. Soll noch mal einer sagen, dass Männer keine Emotionen zeigen können. Die von denen man es am wenigsten erwartet, standen da und weinten bitterlich. Der Andrang an den Kondolenzbüchern war enorm. Danke an alle die da waren um unserem Burschi so einen würdevollen Abschied bereitet haben. Besonders an Marcel aber auch an Cay und Dennis, dass sie da waren.

„Kopf hoch und alles geben für Hermann“ -auch auf den Rängen-. Doch dieser Gedanke war auch immer ein wenig durchzogen von „Samstag wird noch mal schwer für alle HSVer“.

Der Samstag war da und unser Besuch aus Dortmund stand singend vor unserer Tür. Marcel ganz trocken „Wir haben hier doch eh nichts zu verlieren.“ Also auf ins Stadion. In Stellingen angekommen machte sich der Gedenkmarsch an Hermann gerade „Hermann, Hermann“ singend auf den Weg zum Stadion. Immer wieder ertönten Hermann Rieger-Gesänge.

Im Stadion die Choreographie und die Schweigeminute für unseren Buschi. Wieder flossen Tränen. Die Zwischenrufe lasse ich dann mal unkommentiert, da so etwas hier nichts zu suchen hat und man diesem Mist keine Plattform geben sollte. (Danke an alle, die bei der Choreo mitgewirkt haben. Danke Yasmin für die Bilder).

Danke für das Bild Yasmin
Danke für das Bild Yasmin

Ab Anpfiff waren dann ALLE auf den Rängen da. Eine unglaubliche Stimmung. Eine Gänsehaut jagte die nächste. Alle 10 Minuten steht fast das komplette Stadion auf, um unsere Mannschaft nach vorne zu peitschen. „Steht auf für den HSV“ „Hey, Hey, Hey hier kommt Hamburg“ „Hier regiert der HSV“ dröhnte es durch das Stadion. MIT ERFOLG !!!

Das 1:0 durch Jiracek kurz vor der Pause. Ekstase auf den Rängen.

Die Pessimisten (manche nennen sie Realisten) unter uns: „In Braunschweig haben wir auch 1:0 geführt.“ Die Optimisten: „Wir verlieren nie nach einer 1:0-Führung gegen Dortmund“

2:0 durch unsere „Tormaschine“ Lasogga. Zum Teil flossen Freudentränen und die ersten Fünkchen der Hoffnung keimten wieder auf.

„Hermann Rieger, du bist der Beste Mann“ wurde diesmal lauthals gerufen.

Kurz vor Ende dann der Freistoß aus 40 Metern. „Den macht er jetzt direkt rein“ ertönte hinter mir. Meine Antwort: „Was hast du denn genommen?

3:0 Calhanoglu. Ganz ehrlich…Chapeau !!! Ein Traumtor.

3:0 gegen den BVB. Gegen die Dortmunder. Gegen die Fans, die unser „Wir hauen euch heute aus dem Stadion“ noch mit Jugendlichem Leichtsinn abgetan hat.

Unser Abend war gerettet. Wir haben noch mehr Bock aufs nächste Spiel.

Gegen unseren Problemvorort von Hamburg. Die verbotene Stadt oder wie auch immer.

Aber Jungs, die 3 Punkte gegen den BVB sind NICHTS wert, wenn wir nicht nachlegen. Also… Haut euch rein, auf uns auf den Rängen ist verlass.

Yvonne

Der letzte Funken Hoffnung

An dieser Stelle sollte, wie üblich, mein Bericht über die Erlebnisse und Ereignisse über das Auswärtsspiel in Braunschweig stehen. Sind wir ehrlich. Warum sollte ich mir diese Mühe machen?  Sind die Spieler oder der Verein es Wert? Soll ich meine kostbare Zeit für euch investieren? Was bekomme ich dafür zurück? Heiko würde sagen: „Die werfen uns nicht mal einen Knochen hin“.

Als in Braunschweig der Abpfiff ertönte, stand ich zum ersten Mal nicht mehr in der Kurve, sondern ebnete mir mit Kevin den Weg in Richtung Auto. Ab durch die Massen an Polizisten und enttäuschten Fans. Die Gesichter aller sprachen ihr eigenes Bild. Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Wut. Niemand lächelte, jeder war entsetzt.

Das „Spiel des Jahres“, wie es unser ehemaliger Trainer BvM prohezeite, ging verloren. Die erste Halbzeit war zugegebener Maßen für unsere Verhältnisse, für Hamburger Beine, eine gute. Ich habe Spieler gesehen, die um den Ball kämpften. Die Leidenschaft an den Tag legten und verdient mit dieser Führung in die Halbzeitpause gingen. Die Stimmung war bis dato ein sagenhaftes Erlebnis. Wir sangen, wir hüpften für unseren HSV. Wir bildeten erneut eine Einheit. Auch wenn es im Nachhinein gesehen eine aggressive Stimmung war. Blocksturm, Pyro und Nebel. Ein teurer Spaß. Naja, die unzähligen Trainerwechsel kosten uns mehr. Seit 2000 ist der Herr Slomka nun der 16. Trainer. Wahnsinn.

Umso unerklärlicher ist das, was uns in der zweiten Halbzeit geboten wurde. Es ist mir schleierhaft, wie es möglich ist, so zusammenzubrechen. Sich aufzugeben, obwohl ihr die Fans als 12ten Mann im Rücken hattet und ihr mit einer Führung mehr Ruhe hättet ausstrahlen müssen. Statt selbstbewusst aufzutreten, den Kampf anzunehmen, wurde der Gegner duch individuelle Fehler aufgebaut. Die Löwen kämpften uns nieder. Wir liefen wie ein Zebra, das zur Schlachtbank geführt wurde, nebenher. Die schwächste Offensive der Liga erzielte gegen unsere Schießbude aus Hamburg 4 Tore. Unfassbar.

Ihr habt mich erneut enttäuscht. Wie sagte Peter: „Die spielen das Stadion leer“.  Heiko, Frank, ich kann gut verstehen, warum ihr euch dieses Dilemma im Moment nicht mehr antut.

Meine letzte Bitte: Jungs, jetzt kämpft endlich über 90 Minuten. Zeigt uns, dass ihr euren Beruf mit bestem Gewissen ausüben wollt. Nehmt euch ein Beispiel an P.M. Lasogga. Er war wirklich der einzige, der sich gegen die Niederlage stemmte. Dem war anzumerken, wieviel Herzblut in ihm steckt. Wie er die Mannschaft nach den Gegentoren von der Mittellinie aus anfeuerte und euch Mut machte zu kämpfen. Nicht aufzugeben. Fangt endlich an damit. Ich hoffe, der Trainerwechsel entfaltet seine erhoffte Wirkung, auch wenn der nächste Gegener Dormtund heißt.

Ich schließe mich eurer Leistung an, meine lieben Gruselkicker und erbringe heute nur noch 30 % meines gewohnten Schreibvolumens.

Danke an Kevin B,  dass du mich mitgenommen hast und an Kevin S für die Videos. Danke an Yvonne für mein neues Titelbild. Ohne euch wäre ich am Samstag gestorben. Mein Herz wäre verblutet.

Christian E.

Platz 17. Abstiegsplatz. Klingt hart und ungemütlich. Ist auch so!

 

Am Ende des Tages fehlt uns die Qualität. So macht Fußball keinen Spaß.“

Herr Van der Vaart, dem stimme ich zu. Mit Spaß hatte das nichts mehr zu tun. Ein Vorschlag meinerseits. Die Qualität lässt sich durch Laufen, ein klein wenig steigern. Der Duracell Hase – kennt ja jeder- sollte euer Maskottchen werden. Doch Vorsicht- selbst die besten Batterien erzeugen keine höhere Leistung auf dem Platz, wenn sie im Vibrator der Freundin stecken.

Mir fehlen die Worte. Was bin ich froh, dass ich meinen Lebensunterhalt nicht damit verdienen muss, täglich über euch schreiben zu müssen. Ich wäre gezwungen, meine getragenen Unterhosen zum Verkauf anzubieten.

Es war eine Vergewaltigung für die Augen, euch an diesem Samstag über den Platz schleichen zu sehen. Es tat in der Seele weh, wie ihr euch ohne Gegenwehr von der TSG ausspielen lassen habt. Kein Biss, nicht einmal zwei oder drei erkennbare härtere Fouls, um der Mannschaft und uns im Block ein Signal zu senden. Dass der Wille spürbar ist. Stattdessen- keine Leidenschaft, kein Feuer in euch hat gebrannt. Das hat weh getan.

Ich stand wie viele andere im Block und konnte irgendwann nur noch grinsen. Nicht aus reinem Spott über euch, sondern über die Tatsache, dass eine Mannschaft so schlecht spielen kann. Und das in der angeblich stärksten Liga der Welt. Wir verlangen keine Feinkost, mein Fußballgaumen ist Schlechtes gewohnt. Doch eure Leistung am Samstag gab mir zu denken.

Mir fehlen die Worte. Vor geraumer Zeit, als Heiko, einer meiner liebsten Leidensgenossen mich fragte, ob wir nach Braunschweig fahren, da witzelten wir noch: Klar fahren wir. Bevor die absteigen, will ich dort gewesen sein. Nach eurem Kick am Samstag waren wir uns nicht mehr so sicher, ob es nicht auch ein Wiedersehen in der zweiten Liga geben würde.

Noch 15 Spiele sind zu absolvieren. Treten wir erneut so auf, egal wo und gegen wen, dann prophezeie ich euch, meine lieben Gruselkicker: Ihr werdet keinen einzigen Punkt mehr einfahren. Die Angst, die euer Spiel beherrschte, lässt mich erschaudern. Das war keine Mannschaft.

Böse Zungen könnten behaupten, ihr wäret nur wegen der Auflaufprämie aus der Kabine gelaufen, sofern eine solche in euren Verträgen steht. Das war echt bitter.

So ging es bedient nach Hause. Die Kommentare und Zwischenrufe einiger anderer HSV Fans erspare ich lieber allen. Es waren keine alltagssprachlichen Worte. Jugendfrei? Nein. Und als hätte das noch nicht gereicht: Als ich am Abend nach Hause kam und meinen Sohn in den Arm nahm, kotzte der vor lauter Teamgeist direkt auf mein HSV-Trikot.

Selbst 100 Millionen Euro bringen eine Mannschaft nicht weiter, wenn die einfachsten Dinge nicht umgesetzt werden. Laufen und kämpfen. Geschlossen auftreten.

Nehmt euch ein Beispiel an uns Fans, wir haben auch Unstimmigkeiten untereinander, im Block waren wir eine Einheit. Verstanden? Dann klappt das auch mit dem Siegen wieder.

Wir sehen uns in Braunschweig.

Christian E.

Schöne neue Vereinswelt?

Aus aktuellem Anlass:

Vorsicht. Dieser Text kann satirische, polemische und übertriebene Elemente enthalten. Bei Unverträglichkeit gegen einen dieser Bestandteile lieber schnell weglaufen.

So langsam gehen bei mir die Lustlämpchen aus. Jedes einzeln blinkende Licht in mir verliert seine Kraft. Ich fühle mich, als ob jemand den Stecker zog und mich mit in den Abgrund riss. Ich war Feuer und Flamme für meinen Verein. Ich war gierig auf den Duft des Grases und elektrisiert durch das Spiel. Im Januar 2014 ist nicht mehr viel übrig geblieben von meiner Liebe für Fußball. Ich bin müde und fühle mich krank. Infiziert vom Schatten der Macht und des Geldes liege ich sterbend in meinen eigenen Armen.

Es macht einfach keinen Spaß mehr, dass ich seit Jahren mit ansehen muss, wie die Gier nach Erfolgen und das Streben nach Geld meine Liebe zu meinem Verein zerstört. Ich war süchtig und verliebt. Ich spritzte mir täglich wie ein Junkie eine Überdosis des kostbaren Spieles. Heute sitze ich frustriert und zurückhaltend in einer Ecke und frage mich ernsthaft, wie der Trauernde am Sarg seiner Liebsten:

Warum?

Ist es einfach nur der Lauf der Dinge? Der Markt bestimmt die Nachfrage. Dabei sollte ich doch stolz sein; stolz auf vergangenen Sonntag. Wo ca 10 % der Mitglieder für einen Kurswechsel stimmten. Instrumentalisiert von einem Stück Papier und einem Redner, der sich aufführte als sei er der Diktator der Massen. Ich fühle mich leer.

Als ich am Montagmorgen erwachte, aus meinem Schlaf gerissen wurde und hoffte, dass alles nur ein Traum war, da wurde mir beim Gang durch die dunkle und kalte Wohnung bewusst: Es ist die Realität. HSVplus wird kommen. Es ist noch ein kleiner Weg bis zum endgültigen Verlust der 126jährigen Identität, doch im Grunde eine reine Formsache.

Muss ich mich nun neu einkleiden, nachdem andere die Ausgliederung wollen? Muss ich mich den neuen Gegebenheiten anpassen? Das e.V wird verschwinden und eine AG wird erwachen. Aus einem eingetragenen Verein wird eine Aktiengesellschaft der Zukunft. Wie das klingt- A-k-t-i-e-n-g-e-s-e-l-l-s-c-h-a-f-t. Wow, ekelhaft, nach Arbeit statt Freizeit. So suchte ich mir am Montagmorgen die passende Kleidung heraus, zog mein Hemd an und rundete es diesmal mit einer Krawatte und zum Höhepunkt einem geschmeidigen Burberry-Schal ab. Gelte meine Haare, zog weißes Pulver und fühlte mich stark für den Tag.

Die Aussicht ein Mitglied einer Aktiengesellschaft zu werden – ja, es klingt nach Zockerei und Glitzerwelt. Nach halbnackten Frauen und Kokain. Tragen wir bald alle einen Börsenpager mit uns herum? Im Süden des Landes, der allgegenwärtige Uli Hoeneß, Präsident der Fußball-AG FC Bayern München und unser Vorbild der Gegenwart, lässt grüßen. Nehmen wir anstatt unserer Fahnen bald die Financial Times mit ins Stadion?

Ich habe keine Lust mehr. Die Bundesliga öffnet ihre Pforten am kommenden Wochenende und mein Akku ist leer. Ich fühle mich wie ein Tropfen Wasser in der Wüste. Doch wen interessiert schon meine Meinung? Ich bin ein kleines Rädchen im sich bewegenden Zentrum der Macht. Dabei ist es doch nur ein Spiel. Man kann Glück oder Pech haben. Wenn die Ausgliederung kommt, habe ich leider Pech.

Ich sehe den Sinn, aber verstehe ihn nicht. Ich war der Meinung – bis Sonntag – uns könne das nicht passieren. Ich hielt es nie für möglich, in einem Atemzug mit Bayern München, Wolfsburg oder Leverkusen genannt zu werden. Ab Sommer ist es vorbei. Wir werden nichts anderes sein als ein Verein, in dem das Geld regieren wird. Wir werden uns Investoren ins Boot holen, um den sportlichen Erfolg zu gestalten. Dabei kennen sie bis heute in Hamburg schon nicht den Unterschied zwischen Schulden und Verbindlichkeiten. Ich ahne Böses.

79,4 % sind dafür. Ein demokratisches Ergebnis? Sie standen applaudierend in den Sälen, riefen Bravo und huldigten ihrem Redner. Ich dachte, der Weltfrieden sei beschlossen, dabei wurde das kapitalistische Monster begrüßt. Wedle den Massen mit Geldscheinen zu, versprich ihnen Erfolg und eine Umstrukturierung und sie werden dir folgen. Kopflos wie im Dritten Reich.

Dabei ist heute nicht einmal bekannt, wer als Investor kommen wird, wer die Geschicke der Hamburg AG regieren wird. Egal. In der Satzung steht es deutlich:

HSVPLUS §11 Pflichten der Mitglieder 1  „…Den Anordnungen des Präsidiums und der von ihm bestellten Ausführungsorgane und Ausschüsse in allen Vereinsangelegenheiten, den Anordnungen der Abteilungsleiter in den betreffenden Sportangelegenheiten haben die Mitglieder Folge zu leisten“

Was übersetzt bedeutet: Die Mitglieder werden an Einfluss verlieren. Das Präsidium wird euch, liebe Mitglieder, also in euren Entscheidungen entlasten. Egal, oder? Die Massen sind verblendet von der Gier des Geldes und in Ausblick auf glorreiche Zeiten. Erbärmlich.

Spielt euer Spiel, wie ihr es für richtig haltet. Meine Auswärtsdauerkarte werde ich in dieser Rückrunde noch glühen lassen, nicht ohne mir dabei ernsthaft zu überlegen, ob es meine Abschiedstournee wird. Ich verlasse den Pfad des Geldes und eurer Gier. Ich lebe lieber in meiner Nostalgie, als Teil eurer „Ideologie“ zu sein.

Oh, mein Börsenpager piept. Ich bin dann weg. Viel Spaß in eurer neuen schönen Welt. Lasst euch nicht fressen.

Es grüßt mit bedenklichen Grüßen:
Christian E.

NUR DER HSV

Wer ist der Maulwurf oder sind Zweifel erlaubt……

Geschrieben von Heiko. Vielen Dank für deinen Artikel auf Linkerläufer

 

Saisonabschluss im heiligen Volkspark, 7:25 Uhr steige ich ins Auto um die 575 km in Angriff zu nehmen. Heimspiel zum Hinrundenfinale – mit Peter und Stephan ins Stadion und abends auf die Piste, herrliche Aussichten.

Im Empfangsbereich von NDR dann die Nachrichtenmeldung, Kiez, Schanzenviertel, Innenstadt gesperrt, Großaufgebot an Polizei. Wer ist der Maulwurf und hat da ausgeplaudert, dass ich mal wieder in der Stadt bin. Das darf doch nicht wahr sein L! Oder gilt die Aktion gar nicht meiner Wenigkeit? Zweifel sind erlaubt! 4 Std. 50 Fahrtzeit – alles ok!

Bei einer gepflegten Hopfenkaltschale fällt mir im Zelt beim Soccer Dance eine Rangers Fahne auf, kommen coole Gefühle vom Glasgow Trip hoch (1:0 M. Berg), aber: in welcher Liga spielen unsere Freunde von der Insel jetzt? Ein Zeichen? Zweifel sind erlaubt! Die Mädels geben Vollgas und das bei eher usseligem Wetter. Geben unsere Jungs beim letzten Heimspiel des Jahres genau so viel Gas? Sicher doch, BvM hat ja betont wie wichtig das Spiel ist. Zweifel sind erlaubt!

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Endlich Stehplatz eingenommen, einige bekannte Gesichter begrüßt fällt dann doch auf: wieder nicht ausverkauft und das zum Hinrundenfinale!? Wie sagt Peter immer: die Truppe spielt nochmal das Stadion leer, wie recht er mal wieder behalten sollte. In der Innenstadt wackeln die Wände – aber sicher nicht vom Feuerwerk unserer Truppe und nein leider auch nicht vom überlauten, super engagierten Support im Stadion….das war mal anders, keine Zweifel sind erlaubt!

Zum Spiel:

Aus dem nichts trifft die bis dahin schlechtere Mannschaft durch Hakan zum 1:0, eine gewisse Stimmung scheint aufzukommen. Um diese im Keim zu ersticken braucht der Gast aus Mainz nach dem Pausentee sage und schreibe 5  Minuten + 2, nachdem der HSV (wie auch immer) zum Ausgleich gekommen ist. Der Gegner war nicht nur cleverer, er hatte offensichtlich einen Plan. Erstaunlich noch eine Situation zu schildern, als wir eine Konterchance bekamen. Lasogga und Rafa starten gemeinsam (fast Hand in Hand), PML läuft zur Außenlinie und nimmt den Ball, Rafa läuft in die Sturmspitze – sollte das nicht irgendwie umgekehrt sein? Hat hier irgendjemand einen Plan von Laufwegen und was wer zu tun hat? Zweifel sind erlaubt. Oder liegt es doch an meiner mangelnden Fussballkompetenz? Auch hier sind Zweifel erlaubt.

Rincons Rote Karte war wohl der stille Schulterschluss mit der Demo um die Rote Flora. Früher war das Spiel gegen die 05er für mich so oder so ein Fest, war ich doch zur 2Ligazeit oft am Bruchweg und mochte diese eigene Atmosphäre. Die letzte Zeit am Bruchweg wurde dann aber leider geprägt von wenig Gastfreundschaft. Früher hatte man mir mal gegen fliegende Bierflaschen von Anhängern eines ziemlich unbedeutenden Stadtteilclubs aus Hamburg geholfen. Zwischenzeitlich hat ein gewisser Noveski aus meiner Sicht die Karriere von E. Elia auf dem Gewissen und die 05er im Stadion brüllten mich an es wäre nicht mal ein Foul gewesen, ja nee ist klar! Den Gipfel der Unfreundlichkeit gegenüber Gästen kann man aber in der Coface Arena „erleben“.

Ich kenne mittlerweile aus der aktuellen 1. Liga 16 Stadien und aus der 2 Liga 5 und von diesen 21 Stadien teilte sich Mainz gemeinsam mit dem KSC Platz 21! Passt so gar nicht zum Club, hat aber die Entstehung einer „Liebe“ schon früh verhindert. Sportlich machen sie aktuell einiges besser und das nervt. Da bei Herrn Taschentuch-Tuchel aber immer andere für alles Mögliche verantwortlich sind, dann haben die 05er am Samstag nicht gewonnen, sondern wir uns selbst geschlagen

Noch etwas zu Marcel Jansen:

Lieber Marcel, Du möchtest mit der Vertragsverlängerung also warten, bis der HSV professionellere Strukturen hat hm…. Vielleicht sollte der HSV mit einem Angebot zur Vertragsverlängerung warten, bis Du nachhaltig professionelle Leistungen anbietest! Das am Samstag kann nicht Dein Ernst sein.

So long!
Heiko

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Ich bleibe hier stehen, da kann ich drüber schaun…

 Danke an Heiko für seinen Auswärtsbericht aus Wolfsburg auf Linkerläufer

 

Freitagabend – Flutlichtzeit – Auswärtsvaart!

Heute auf dem Weg in die Autostadt nach Wolfsburg, mit an Bord endlich wieder mal Peter. Es fehlen Christian und Freddy.

Erst aber einmal eine kleine Exkursion zum Begriff Derby:

Der Begriff Derby, häufig auch Lokalderby, bezeichnet ein spezielles Ereignis im Mannschaftssport, bei dem zwei meist rivalisierendeSportvereine einer Region aufeinandertreffen. Für die Fans der betroffenen Vereine haben solche Ereignisse eine hohe symbolische Bedeutung, und starke Emotionen werden hervorgerufen.

Als die bekanntesten Beispiele für Fußballderbys gelten das als Old Firm bekannte Glasgower-Duell zwischen dem Celtic FC und dem Rangers FC sowie das als Superclásico bezeichnete Spiel zwischen Boca Juniors und River Plate in Buenos Aires. Eines der bekanntesten deutschen Derbys ist das Revierderby zwischen den beiden Vereinen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, welche sich seit Jahrzehnten um den Rang der besten Fußballmannschaft des Ruhrgebietes streiten. Allerdings ist das Frankenderby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth das in Deutschland am häufigsten ausgetragene Derby.

Wie jetzt jemand auf die Idee kommen könnte das Spiel Vfl Wolfsburg gegen unseren heiligen SV wäre ein Derby erschließt sich mir nicht! Kenne keinen HSV-Fan, bei dem das Spiel eine hohe symbolische Bedeutung hat, es geht um 3 Punkte und fertig! Trotzdem etwas erfreuliches: das vom Geldgeber der Wölfe zur Verfügung gestellte Parkhaus kann man kostenlos nutzen, Respekt – zahlt man in Frankfurt mittlerweile schon 6 € für einen Parkplatz auf einer Wiese (ist das der Unterschied zwischen VW und der Commerzbank?).

Auf den wenigen Schritten ins Stadion fällt auf wie sauber und ordentlich es hier ist. Die auf den letzten Schritten in Reih und Glied gepflanzten Birken regen zum Nachdenken an – bis die Bedeutung dann doch klar auf der Hand liegt: jeder Baum steht für einen Spielertransfer von Felix Magath – ja ganz sicher, so muss das sein!

Im Stadion angekommen wird das Hungergefühl unterdrückt – nein wir unterstützen diese Auswärtsfansabzocke mit der Stadionkarte nicht! Und dann doch das nächste Highlight  lecker Fischbrötchen gegen Bargeld, herrlich! Endlich einen Stehplatz mit ordentlichem Blick eingenommen, quetsch sich Oli Scheel hinter uns durch, bleibt hinter mir stehen und sagt zu seinem Begleiter: „hier bleibe ich stehen, da kann ich schön drüber schauen“..das habe ich gehört Herr Scheel !

Nun endlich zum Spiel:

Wir spielen tatsächlich ein 4-1-4-1 und kommen zu Spielbeginn nicht wirklich gut klar damit (sehr viele Ballverluste im Mittelfeld, gewinnen keinen zweiten Ball). Und dann fällt aus dem Nichts das 1:0! Hakan Du bist ein Fussballgott!

Kurz drauf muss PML das 2:0 machen und das Ding ist gelaufen – somit möchte ich Heiko Westermann der Welt keinen Vorwurf machen, fällt vorne das 2:0, entsteht hinten die Situation nicht! In der Folgezeit steht HW oft alleine hinten Rechts und zeigt doch leider allzu oft seine Geschwindigkeitsdefizite. Als Maxi ihn dann unterstützte wurde es deutlich besser. Was die Truppe die letzten 20 Minuten für ein Feuerwerk abfackelt ist schon erstaunlich, die Wölfe gleichen einem zahmen Lamm und sind stehend KO! Leider fehlt ein wenig Glück um hier das verdiente Siegtor zu machen, ein wenig vielleicht auch ein Schiri mit Überblick! Schade!

Zu erwähnen natürlich noch die Ausnahmeleistung von Milan! Erstklassig! In welchem Nebel die drei Wölfe wohl herumgestochert haben, als Du fast am Boden liegend den Ball behauptet hast?

Support in unserem Block sehr gut an diesem Tag, die Wölfe-Fans sind kaum zu hören.

Wir wären aber nicht der HSV, wenn man den Nachsatz nicht schreiben müsste: gegen Augsburg müssen 3 Punkte her, sonst nutzt dieser Punkt mal wieder nichts! Gedankenspiel: wir haben jetzt Platz 2 – 6 gespeilt, dabei 9 Tore erzielt und nur zwei Punkte mitgenommen ! 9 – 2 und die Fahrt zum Tabellenführer steht noch an, ein Schelm wer Böses denkt!

Mal wieder eine schöne Auswärtsfahrt, den 6 Stunden hin stehen 3,5 Stunden Rückfahrt gegenüber – alles gut!

Heiko