Trauer und Freude so nah beieinander…

Ich freue mich über meinen ersten weiblichen Gastautor auf Linkerläufer. Mein Dank geht an Yvonne A. aus Hamburg, für ihren emotionalen Bericht über die letzte Woche und das Heimspiel gegen den BVB. Danke.

Eine emotionale -zum Teil gebrauchte Woche liegt hinter uns. Hamburg – 17.Tabellenplatz, nur einen Punkt vor dem Letzten. Abstiegskampf…

Neuer Trainer. Die Fans, wie man dem Andrang und den Gesprächen beim Training entnehmen konnte, gespannt und zuversichtlich. Den „kleinen“ HSV hat er ja auch schon einmal gerettet.

Dienstagmorgen dann der Schlag in die Magengrube für jeden HSVer. Unser allseits geliebter Hermann „Burschi“ Rieger hat seinen größten Kampf verloren und ist von uns gegangen. Ich konnte es kaum glauben, als mein Handy piepte und ich diese schreckliche Nachricht erhielt. Tränen schossen mir in die Augen und ich hielt es erst für einen (zugegeben) sehr dummen Scherz. „Quatsch“ „Das kann doch nicht sein, ich hab ihn doch letztens noch gesehen“ waren die ersten Gedanken. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Mein Handy klingelte durchgehend. Entsetzen machte sich breit. „Die Seele des HSV ist gegangen.“

Mittwochmorgen war ich am Stadion, um mich von unserem Freund, Idol, Wegbegleiter, Helden zu verabschieden. Die ersten Kerzen, Blumen, Bilder und Fahnen lagen an seiner -in Bronze gegossenen- Hand am Stadion am „Walk of fame“.

Blumen für Hermann

17 Uhr – Trauermarsch. „Ehre wem Ehre gebührt“

„Ich hoffe ich schaffe das alles“ waren meine Gedanken, weil mir unser Hermann doch sehr am Herzen lag. Diesen Abschied hat er sich einfach verdient. Der Marsch, durchzogen von Schnäuzen und den laufenden Tränen wegwischen. Fakeln, Kerzen, Blumen wohin man sah. Soll noch mal einer sagen, dass Männer keine Emotionen zeigen können. Die von denen man es am wenigsten erwartet, standen da und weinten bitterlich. Der Andrang an den Kondolenzbüchern war enorm. Danke an alle die da waren um unserem Burschi so einen würdevollen Abschied bereitet haben. Besonders an Marcel aber auch an Cay und Dennis, dass sie da waren.

„Kopf hoch und alles geben für Hermann“ -auch auf den Rängen-. Doch dieser Gedanke war auch immer ein wenig durchzogen von „Samstag wird noch mal schwer für alle HSVer“.

Der Samstag war da und unser Besuch aus Dortmund stand singend vor unserer Tür. Marcel ganz trocken „Wir haben hier doch eh nichts zu verlieren.“ Also auf ins Stadion. In Stellingen angekommen machte sich der Gedenkmarsch an Hermann gerade „Hermann, Hermann“ singend auf den Weg zum Stadion. Immer wieder ertönten Hermann Rieger-Gesänge.

Im Stadion die Choreographie und die Schweigeminute für unseren Buschi. Wieder flossen Tränen. Die Zwischenrufe lasse ich dann mal unkommentiert, da so etwas hier nichts zu suchen hat und man diesem Mist keine Plattform geben sollte. (Danke an alle, die bei der Choreo mitgewirkt haben. Danke Yasmin für die Bilder).

Danke für das Bild Yasmin
Danke für das Bild Yasmin

Ab Anpfiff waren dann ALLE auf den Rängen da. Eine unglaubliche Stimmung. Eine Gänsehaut jagte die nächste. Alle 10 Minuten steht fast das komplette Stadion auf, um unsere Mannschaft nach vorne zu peitschen. „Steht auf für den HSV“ „Hey, Hey, Hey hier kommt Hamburg“ „Hier regiert der HSV“ dröhnte es durch das Stadion. MIT ERFOLG !!!

Das 1:0 durch Jiracek kurz vor der Pause. Ekstase auf den Rängen.

Die Pessimisten (manche nennen sie Realisten) unter uns: „In Braunschweig haben wir auch 1:0 geführt.“ Die Optimisten: „Wir verlieren nie nach einer 1:0-Führung gegen Dortmund“

2:0 durch unsere „Tormaschine“ Lasogga. Zum Teil flossen Freudentränen und die ersten Fünkchen der Hoffnung keimten wieder auf.

„Hermann Rieger, du bist der Beste Mann“ wurde diesmal lauthals gerufen.

Kurz vor Ende dann der Freistoß aus 40 Metern. „Den macht er jetzt direkt rein“ ertönte hinter mir. Meine Antwort: „Was hast du denn genommen?

3:0 Calhanoglu. Ganz ehrlich…Chapeau !!! Ein Traumtor.

3:0 gegen den BVB. Gegen die Dortmunder. Gegen die Fans, die unser „Wir hauen euch heute aus dem Stadion“ noch mit Jugendlichem Leichtsinn abgetan hat.

Unser Abend war gerettet. Wir haben noch mehr Bock aufs nächste Spiel.

Gegen unseren Problemvorort von Hamburg. Die verbotene Stadt oder wie auch immer.

Aber Jungs, die 3 Punkte gegen den BVB sind NICHTS wert, wenn wir nicht nachlegen. Also… Haut euch rein, auf uns auf den Rängen ist verlass.

Yvonne

5 Gedanken zu “Trauer und Freude so nah beieinander…

  1. Schön ge- und beschrieben, Yvonne! Nur der letzte Absatz bereitet mir Bauchschmerzen. Denn auch wenn sie gegen Ost-Delmenhorst verlieren sollten(!), hat die Mannschaft ein kräftiges Lebenszeichen gezeigt. Das war ganz, ganz wichtig und bleibt! Dass man am Besten sofort nachlegen sollte steht natürlich außer Frage.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s