Durch Regen und Wind durch Sturm und Schnee, HSV Olé

Sonntags in Nürnberg. Endlich wieder Fußball. Die Vorfreude auf das erste Spiel im Kalenderjahr 2013 war groß und führte mich und meinen Leidensgenossen Fredo nach Nürnberg. Die erste Überraschung gab es gleich nach dem Aufstehen. Schnee, so weit das Auge reichte und die Kälte war spürbar. Die Bundesliga begann und der Wettergott brachte uns den flockigen Schnee. Mit der vielversprechenden Bilanz von 35 Siegen bei bisher 70 Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine sowie  der  hochgelobten Vorbereitung ging es euphorisch Richtung Süden. Der Tag kurz zusammengefasst: Bitterkalt – Fußball zum Staunen sowie Unvermögen in Bruchteilen und eine rutschige Heimfahrt am Abend.

Die Hinfahrt verlief ohne Zwischenfälle. Die Stadtgrenze von Nürnberg wurde passiert und man schnupperte seit Wochen wieder die langersehnte Bundesligaluft. Doch etwas trübte die Vorfreude. Es war Winter in Nürnberg und bedeutete nur eines: es wird kalt. Die Füße vom Fußmarsch zum Stadion, trotz der Lammfelleinlagen bitterkalt,  hatte ich ein Gefühl von Erfrierungserscheinungen. 40 Minuten vor Beginn der Partie stand man nun im kalten weiten Rund und fror. Erste Reihe, ganz unten mit bester Sicht aufs Spielgeschehen und eisigem Gegenwind. Meine Fußzehen hätte man zu diesem Zeitpunkt abschnipsen können wie die morgendlichen Eiszapfen am Autospiegel.

Egal. Endlich wieder Stadion – endlich wieder Fußball. Um 15:27 Uhr spazierten die Herren auf das Feld und im Block war die Freude auf das Spiel zu spüren.

Einlauf FCN HSV

Nordkurve Nürnberg

Doch leider spielten die Protagonisten des Feldes nicht mit. Eine ernüchternde und langweilige erste Halbzeit. Der Auftritt der Rothosen war sehr mager. Nürnberg war in der ersten Hälfte die bessere von zwei schlechten Mannschaften. Durch Mak in der 43. Minute hatte der Club auch die beste Möglichkeit auf den Führungstreffer. Viel mehr kam aber auch nicht. Hamburgs beste Szene war ein Distanzschuss von Diekmaier in den Nachthimmel von Nürnberg. In Block 25a schlug die Langweile schon zu Beginn der Partie, in die Lust des Prügelns um. HSV´er untereinander schlugen sich in die Fresse. Das Resultat: eine krumme und blutende Nase. Ganz groß Jungs. Das waren die Highlights der ersten Hälfte. Der Support war stimmungstechnisch ganz in Ordnung  und dank der zahlreichen Hüpfeinlagen tauten auch allmählich die Füße auf. Pause. Durchatmen und an das Versprochene der Spieler erinnern.

Wie ein Donnerschlag ertönte es und ab Beginn der zweiten Hälfte spielte, sowie dominierte nur eine Mannschaft das Spiel. WIR – der HSV. Und wie: Per Skjelbred, Marcel Jansen und Heung-Min-Son stachen hervor. Das Spiel wurde endlich gespielt und man fegte  über den Platz. Nette Ballstafetten gab es zu bestaunen und die Leidenschaft im Spiel kehrte ein. Die  Mannschaft erwachte aus der Lethargie und erspielte sich Torchancen um Torchancen. Wann gab es das zuletzt? Ein Raunen im Block folgte dem nächsten und als man den Torschrei schon auf den Lippen hatte – waren entweder die Hände vom Schlussmann der Nürnberger – Raphael Schäfer im Weg oder das Tor wurde knapp verfehlt.  Im Fall Pinola kam zum  Glück auch noch das Pech dazu. Da mir durch eine Bande die hinter dem Tor positioniert war, die Sicht auf den unteren Teil des Pfostens versperrte, war ich für Sekunden irritiert. Schade. Pfosten.

Und ab diesem Zeitpunkt war mir als HSV-Fan klar: das geht nach hinten los. Es konnte nicht mehr lange dauern bis Nürnberg ein Tor erzielen würde. So waren jedenfalls die Spielverläufe in der Vergangenheit. Doch ich sollte mich irren. Die  70. Minute: nach Steilpass auf Jansen, der den mitlaufenden Aogo bediente, landete dessen Flanke auf dem Kopf von unserem lettischen Bomber, Rudi Rudnevs.  Mit Köpfchen vollstreckte unser Sturmtank zur verdienten Führung. 0:1 für Hamburg. Der Block tobte und die Nerven waren für Sekunden beruhigt. Die Freude war riesig. Wir lagen in Führung.

Tor FCN HSV

Wir sind nun mal Hamburg: 5 Minuten später!! Der Block versank noch im Freudentaumel da passierte es. Das Unvermögen war wieder auf unserer Seite. Diekmeier wie ein Statist, wird von  Gebhardt im 16 Meterraum stehen gelassen und dieser passte auf den alleinstehenden Tomas´Pekhart. Tor für den Club. 1:1, Prima. Der erste Torschuss von Nürnberg in Hälfte zwei. Olé. Da kam Freude auf und  ich war mir sicher: das verlieren wir noch!!

Doch der Sonntag hielt eine weitere Überraschung bereit. An diesem Tag war vieles anders. Die Spieler verfielen nicht in Angst oder Müdigkeit, sondern spielten mit voller Überzeugung, sowie mit einem spürbaren Siegeswillen weiter.  Noch 13 Minuten waren zu spielen! Heung-Min-Son: hatte er drei, oder vier Riesenchancen? Den Torschrei abermals auf den Lippen. Die Nachspielzeit wurde angezeigt: noch 2. Minuten zu spielen. Angriff über rechts, schöne Flanke von Diekmeier auf den Kopf von Son – doch dessen Kopfball klatschte an den linken Pfosten. Es war zum verzweifeln. Abpfiff in Nürnberg. 1:1. Traurig.

Was bleibt? Die Vorfreude auf das nächste Spiel und die Erkenntnis,  dass Fußball auch für unsere jungs nicht schwer sein muss. Kompliment für das Auftreten in Halbzeit zwei. Der Wille war zu spüren. Bitte genau so weitermachen! Danke.

Nordschlager: Hamburg empfängt Brähmen. Sonntag 15:30 Uhr im Volkspark. Ich bin leider nicht da, doch dass Motto bleibt dasselbe:

Kämpfen und siegen. NUR DER HSV

Christian E.

PS: Ich suche drei Steher für das Spiel in Dortmund. Bitte melden. Vielen Dank.

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