Heimspiel. Kalt und Müde.

Heimspiel. Endlich durfte auch ich wieder bei einem Spiel im Volkspark Teil des Ganzen sein. Samstagmorgens um 6:15 Uhr ging die Reise aus meiner Wahlheimat Wiesbaden in den schönen Norden los. Etliche Stunden und 550 Kilometer später war es dann auch so weit. Wir passierten die Landesgrenze und mich durchfuhr ein Gefühl von Heimat. Hamburg.

Die Euphorie stieg kontinuierlich, die Lust auf 90 Minuten Fußball und Tore – ungebrochen – durstig der langen Reise wegen – ging es ohne Umschweife sofort in das Stadion meiner Träume. Das Volksparkstadion.

Frank wurde am Fuß von Uwe Seeler aufgenommen, alle wurden freudig begrüßt und im Anschluss verabschiedete man sich von seinen rot-weißen Begleitern – Jan und Christoph – und ging mit Frank und dem kleinsten Fan Hamburgs – Sandra – ins Innere.

Das erste Problem: 3 Personen – 3 verschiedene Plätze. Eine geliehene Dauerkarte von Heiko – danke – für Block 26a sowie die stolzen Besitzer der Plätze in 22b und 25c. Frank und ich – geborene Auswärtsfahrer fanden die Lösung in Block 22c. Die Idee gut – die Umsetzung misslang. Die Zugänge, egal zu diesem oder auch anderen, wurde an diesem Tag ordnungsgemäß beschützt. Was nun? Das vermeintliche Glück ereilte uns an Eingang 22a: „Ich muss immer noch gähnen“. Etwas Kritik darf angebracht sein. Seid mir nicht böse, jeder soll seinen Stadionbesuch so erleben, wie er es möchte und sich am wohlsten fühlt – aber nur vor sich dazustehen, keine Emotionen außer Rülpsen zu zeigen – kein Kollektiv im Gesang – regungslos? Werde ich auch so, wenn ich alt bin? Dann setze ich mich aber. Die Gedanken schweiften umher – DFL Sicherheitspapier – Zustimmen – dagegen sein – Block 22a? Bitte Ablehnen.

Die Gesänge, einzig aus dem Oberrang wahrnehmbar, schallten mir ins Ohr und meine Füße froren trotz der Lammfelleinlagen. Gelobt war der Herr. Es war Halbzeit.

„Das ist hier immer so“, eine Antwort eines jungen Mannes auf meine Frage der ruhigen Anteilnahme des Spielgeschehens. Bitte widersprecht mir!

Im zweiten Anlauf war man dann Teil vom besagten Block und durfte endlich das tun, was man regelmäßig in fremden Stadien erleben darf und sich am eigentlichen Grund erfreuen, im Stadion zu sein: Die Akustik – das Berauschende – die Motorik im Einklang und die Freude über das Tor des Tages erfüllten dann doch meine gebeutelte Seele.

Hamburg - Mainz05

Wenn nicht wie so oft das Spiel wäre, ja, dann wären manche Reisen noch lustiger, als sie es ohnehin schon immer sind. Tage danach und aus der jetzigen Sicht gesehen, wie ich finde,  hätte es nicht besser laufen können: Wie so oft eine Menge Glück – ob im Sturm oder der Verteidigung – erkämpfte man sich 3 Punkte und grüßt nun von Platz 9. Das Nötigste gespielt, Glück, Abseits sowie keinen gegebenen Elfmeter – alles in Ordnung.

Endlich wieder auswärts. Düsseldorf wir kommen. Freitagabend – Flutlicht – ausverkauft. Spielt Fußball.

Hamburg Mainz

Kämpfen und siegen, Jungs.

Mit gedämpften Eindrücken.

Christian E.

3 Gedanken zu “Heimspiel. Kalt und Müde.

  1. Heiko Schmidt

    Gerne mein Jung – und nüchtern sind wir auch wieder, ein Prosit auf Peter 🙂 !
    Bilder und Gedanken von der längsten Theke der Welt rund um die Fortuna schicke ich Dir. Endlich wieder Auswärtsvaart! Nur der HSV!
    Gerade 1:0 für die liebe Hertha gegen den unbedeutenden Stadtteilclub – gut so!

  2. lotteegan

    Ich bekomme auch schon wieder Gänsehaut beim lesen.. Geil!

    Wann ist die nächste Fahrt? Damit die Meenzer dieses Gefühl auch mal spüren dürfen.. 😉
    Vielleicht wird ihr Herz dann ja auch mal eine Raute.. !!!

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